Erweiterung vom Miele WVZ

Der Hausgerätekonzern Miele erweiterte sein zentrales Warenverteilzentrum (WVZ) am Hauptsitz Gütersloh von 108.000 auf 188.000 Stellplätze. Das Projekt kostet 23 Millionen Euro und wurde Anfang 2016 erfolgreich abgeschlossen. Es entstand in enger Zusammenarbeit mit dem Planungsbüro Domnik und Bücker Logistik. 

 

Das Warenverteilzentrum von Miele in Gütersloh gilt als logistisches Herzstück des Hausgerätekonzerns. Fast alle großen Hausgeräte werden zunächst dorthin geliefert, bevor sie zu den nationalen Vertriebspartnern oder den Auslandstöchtern weiterbefördert werden. Einlagerung und Verteilung auf 16 Lagerebenen erfolgen mit vollautomatischen Förderbändern, Verteilfahrzeugen (Shuttles) und Hubwerken. Ein zentraler Lagerverwaltungsrechner weist freie Lagerplätze zu und steuert jede Lagerbewegung nach dem FiFo-Prinzip. Das 20 Jahre alte System hat sich laut Dr. Stefan Schwinning, Leiter des Zentralbereichs Distributionslogistik International bei Miele, bis heute hervorragend bewährt, stößt wegen der stetig steigenden Stückzahlen jedoch zunehmend an seine Grenzen.

 

Das Konzept zur Lagererweiterung  wurde von der Domnik und Bücker Logistik (dobülog) zusammen mit dem Miele-Projektteam unter der Leitung von Hauke Belz entwickelt und mit Hilfe der Simulation auf seine Leistungsfähigkeit überprüft. Dabei wird teilweise eine Option zur Erweiterung der Regale genutzt, die schon bei der ursprünglichen Konstruktion eingeplant wurde. Parallel zu der anschließenden Feinplanung und Ausschreibung der Technik durch die dobülog hat die Bauabteilung von Miele die Bauaktivitäten geplant und begonnen. Die Betreuung der technischen Gewerke und der IT bei der Projektumsetzung übernimmt die dobülog. Das europaweit einzigartige Rollpalettenlager stellt dabei eine besondere Herausforderung dar, da es kein Lager von der Stange ist, sondern damals extra entworfen wurde. „Für die technischen Komponenten haben wir uns deshalb leistungsfähige Lieferanten aus dem Sondermaschinenbau gesucht, die zum Beispiel die 16 neuen Shuttles komplett neu konstruieren“, erläutert dobülog-Geschäftsführer Federico Domnik.

 
Wenn das um 75 Prozent vergrößerte WVZ Mitte nächsten Jahres in Betrieb geht, kann der tägliche Lagerdurchsatz von bisher etwa 12.000 auf über 20.000 Hausgeräte gesteigert werden. Dies wird in dem besonderen Rollpalettenlager durch den Einsatz eines zweiten Shuttle pro Ebene und Gasse sowie durch zusätzliche Heberstationen erreicht. Darüber hinaus wird die gesamte vorhandene Technik im laufenden Betrieb einem Retrofit unterzogen mit dem Ziel einer einheitlichen, dem neuesten Stand entsprechenden Steuerungstechnologie. „So können wir unsere Kunden im In- uns Ausland trotz immer komplexerer Anforderungen an die Logistik auch weiterhin zeitnah beliefern“, sagt Miele Logistik-Chef Schwinning. Aktuell werden Miele-Geräte in Deutschland innerhalb von 24 Stunden ausgeliefert und selbst außerhalb Europas innerhalb von fünf Tagen. 

 

 

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Domnik und Bücker Logistik
01. September 2016